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 Shiva/Lola ist angekommen 
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Lola ging es in den letzen Monaten zunehmend schlechter. Die Epilepsie-Medikamente machten sie zunehmend müde und schlapp. Lola wollte nicht mehr das Haus verlassen, nicht mehr spielen, nur noch allein in der Ecke liegen und ab und zu fressen. Auch ihre Hüfte bereitete ihr zunehmend Schwierigkeiten. Lola sackte immer wieder weg - so wie gleich zu Anfang, als sie zu uns kam.

So haben wir am 10. 12. den Schritt in die Tierklinik bei einem Facharzt für Neurologie gewagt, um über eine Vollnarkose ein MRT und Röntgenaufnahmen erhalten zu können und so detailliertere Informationen zu möglichen Auslösern ihrer Krampfanfälle zu bekommen.
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Lola wurde einen halben Tag lang eingehend in der Abteilung für Neurologie untersucht. MRT, Röntgen, Hirnwasseruntersuchung und ein großes Blutbild wurden erstellt. Der behandelnde Tierarzt, Dr. Schenk, Spezialist für Epilepsie bei Hunden hat Lola's Geschichte aufmerksam angehört, sie lange gründlich untersucht, uns ausgiebig beraten und alle Ergebnisse eingehend mit uns besprochen - unter Abwägung der Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungsansätze.
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Zuammengefasst ist es so, dass Lola unheilbar chronisch krank ist. Eine Besserung ihres Zustandes ohne Medikamente ist nicht zu erreichen. Die derzeitige Medikation reicht nicht aus, um ihre Krampfanfälle in den Griff zu bekommen. Die Krampfanfälle sind noch immer zu heftig und zu häufig, treten mittlerweile auch gehäuft hintereinander auf ("Cluster"), was akut lebensbedrohlich ist und sofort erkannt und auf der Stelle medikamentös unterbrochen werden muss.
Lola benötigt weitere, zusätzliche Medikmente, um ein lebenswertes Leben leben zu können. Da die Leber "lernt", diese Medikamente immer schneller zu verstoffwechseln sind regelmäßige Blutkontrollen und weitere Medikamente und oder höhere Dosierungen dabei unerlässlich.

Unser anfänglicher Verdacht, dass Lola einen Hüftschaden hat konnte leider bestätigt werden. Wir hatten es ja gleich nach der Übernahme mit Regina besprochen, dass Lola nach dem Transport zusammengebrochen war. Nach Rücksprache mit der Tierklinik in Bulgarien richtete Regina uns aus, wir sollten Calcium zufüttern, da Lola einfach Muskeln aufbauen müsse. Das haben wir regelmäßig gemacht. Es hat sich aber nicht verbessert. Die Röntgenaufnahmen zeigen, dass Lola wie von uns vermutet bereits seit längerer Zeit unter Hüftdysplasie leidet. Lola muss nun regelmäßig zur Physiotherapie, Ausgang ungewiss, da gibt es ja noch verschiedene operative Möglichkeiten.
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Hier findet ihr eine Auflistung der Untersuchungen, die am 10. 12. in der Tierklinik Lüneburg durch Dr. Schenk und seineTeam gemacht wurden.
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persönliche Daten entfernt

Lola hat unser Leben verändert. Ihr liebenswertes Wesen bereichert unsere Familie. Ihre Krankheit nimmt aber auch großen Einfluss auf unseren Alltag. Die Krampfanfälle sind nicht nur für Lola grausam, beängstigend und sehr belastend. Sie verändern den Hund - und auch uns. 3x täglich exakt zur festgelegten Zeit braucht Lola bestimmte Medikamente. Zu Zeiten, wo es wahrscheinlich sein könnte, dass sie krampft kann sie nicht unbeaufsichtigt bleiben, da Serienanfälle unterbrochen werden müssen. Trotz Medikamentengabe kommt es leider immer noch zu Anfällen, zur Zeit ca. 1x wöchentlich. Vor und nach den Krämpfen ist Lola wesensverändert, ängstlich, desorientiert, nicht mehr stubenrein. Gemeinsame längere Exkursionen, wie wir sie berufsbedingt machen (müssen) sind mit Lola kaum möglich, ohne sie aber auch nicht, da sie nicht so lange allein bleiben kann. Wir stehen dazu, dass wir unseren Tieren selbstverständlich jederzeit notwendige tierärztliche Untersuchungen und Medikamente zukommen lassen. In Lola's Fall belaufen sich die laufenden Kosten nur für Medikamente, regelmäßig erforderliche Blutuntersuchungen und Physio mittlerweile auf etwa 150,-€ im Monat, nicht eingerechnet die bisher erfolgten sowie auch weiterhin erforderlich werdenden diagnostischen Untersuchungen.
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Lola nach der Vollnarkose.

An Positivem gibt es zu berichten, dass Lola mittlerweile viel Vertrauen zu uns gefasst hat und sie sich sichtbar wohl und geborgen bei uns und mit unseren anderen Tieren fühlt. So gibt es kaum noch eine Situation, die wir nicht gemeinsam meistern könnten. Lola ist sehr anhänglich geworden und geniesst ganz offenbar unsere menschliche Nähe und Zuwendung.

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Ein Hund hat sich ins Herz geschlichen und ist von dort nicht mehr gewichen.


25.12.2015, 17:29
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Liebe Katrin,

ich bin sehr betroffen, das alles zu lesen (bis auf den Schluß) und ich hoffe, ich muss nicht betonen wie leid mir/uns das tut. Es tut mir einerseits für diesen noch so jungen Hund Lola sehr leid und mir tut andererseits der belastende und schwierig zu organisierende Alltag für euch als Halter wahnsinnig leid. Am meisten niederschmetternd finde ich die Aussichten, nämlich dass es offenbar null Aussichten auf Besserung gibt.

Können wir/wie können wir euch helfen?

Da es sich hier um den öffentlichen Bereich handelt, habe ich die persönlichen Kreditkartendaten entfernt. Bin mir unsicher, ob die Tierklinik mit einer Veröffentlichung ihrer Preise einverstanden ist? Wenn du das mit ihr geklärt hast, ist alles in Ordnung.

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Herzlichen Gruss
Manuela mit Chica

Niemals fand ich Menschenliebe, wo keine Tierliebe war. (Konrad Lorenz)


26.12.2015, 16:41
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von Lola berichtet habe. Ich hatte wohl ein wenig auf den Moment gewartet, wo ich etwas positives berichten kann, das hat nun doch etwas länger gedauert als erwartet.
Lola hat nach unserem Klinikbesuch verschiedene Medikamente gegen Epilepsie bekommen, zum Teil mehrere gleichzeitig. Dann wurden wieder Medikamente gegen andere ausgetauscht. Die Anfälle wurden dabei nicht weniger. Dann kamen noch schlimmere Serien-Anfälle hinzu. Aber das schlimmste daran waren die Nebenwirkungen der Medikamente. Sie betäuben den ganzen Hund, so das Lola nur noch gewankt und regelmäßig zusammengebrochen ist. Dann fiel sie die Treppen runter, wollte zum Schluss gar nicht mehr aufstehen, hat sich dauernd erbrochen, weil sie die Tabetten schlecht vertrug.

Als sie dann trotz hoher Medikamentendosis mehrere Anfälle in einer Nacht bekam, die Treppe hinunterstürzte und zwischendurch kaum noch zum Bewusstsein kam, haben wir beschlossen, die Medikamente auf eigene Verantwortung Stück für Stück herunterzufahren. Laut Tierarzt haben wir damit das Risiko auf uns genommen, dass Lola nun noch viel, viel mehr Anfälle als vorher bekommen könnte. Da wir der Meinung waren, dass Lolas Leben so nicht mehr als lebenwert zu bezeichnen war, haben wir dieses Risiko auf uns genommen.
So fahren wir seit einigen Wochen die Medikamente zurück. Ganz langsam, weil es eine Art "Drogenentzug" ist bei diesen Medikamenten.

Lola hat immer noch regelmäßig Anfälle, aber nicht mehr Anfälle als vorher (woraus wir schließen, dass die Medikamente keine Wirkung in Bezug auf ihre Anfälle gezeigt haben). Und zwischen den Anfällen ist sie wie ausgewechelt! Sie spielt mit Laska, sie fordert uns sehr häufig zum Bällchenspiel auf, sie rennt und flitzt durch den Garten. Sie ist einfach wieder da - und hat so viel Vertrauen aufgebaut, das war uns gar nicht so klar, weil sie immer so benebelt war. Nach den Anfällen kommt sie zu uns und lässt sich die Treppe runterführen in den Garten, legt sich dicht an uns, bis es ihr wieder besser geht. Am liebsten schläft sie mit dem Kopf auf Franks Füßen.

Wir führen jetzt eine strenge Reduktionsdiät durch, obwohl die Tierärzte das eher für sinnlos halten. D.h., nur sehr wenige Fleisch- und Gemüsesorten, nur eine streng ausgewählte Leckerchensorte. Nichts mit Huhn, kein Ei, unsere Hühner bleiben eingesperrt, damit Lola ja kein Ei im Garten findet.
Lola hat heute seit 15 Tagen keinen Anfall gehabt, die längste Zeit seit es begann. Natürlich ist sie nicht geheilt. Sie wird auch wieder Anfälle bekommen, da bin ich sicher. Wir wissen nicht, wie lange sie mit dieser - unheilbaren - Krankheit leben kann. Aber jetzt lebt sie. Und kann wieder fröhlich sein, sich bewegen und toben, einfach Hund sein und das Leben genießen. Mit Laska versteht sie sich nach wie vor super, die beiden sind einfach toll zusammen.

Ja, soweit für jetzt. Ich hänge gleich noch ein paar aktuelle Fotos von Lola dran.

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19.04.2016, 17:52
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Liebe Katrin,

es ist so schön, wieder von Euch zu lesen :kiss:

Ich kann Eure Entscheidung, die Medis runterzufahren, sehr gut verstehen und nachvollziehen - und der "Erfolg" gibt Euch recht. Abgesehen davon, dass ich es mir schrecklich für alle Beteiligten vorstelle, wenn Shiva nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.

Ich wünsche mir so sehr, dass die "langen" Pausen zwischen den Anfällen Normalität werden.

Zitat:
Am liebsten schläft sie mit dem Kopf auf Franks Füßen.


:herzig: :herzig: :herzig:

Knuddel die Maus mal von mir, bitte.
Ich freue mich auf die Fotos!

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Lieber Gruß
Regina :regina
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Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken


19.04.2016, 18:04
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
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19.04.2016, 18:13
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Mittagessen geht nur noch so...nachdem Franks Füße schön durchgekaut wurden wird darauf geschlafen...;-)..sehr, sehr süß.

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19.04.2016, 18:34
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Beitrag Re: Shiva/Lola ist angekommen
Hallo, Katrin,

Danke für das Update - hab mich schon so oft gefragt wie es euch und Lola gehen mag ...
Alles, was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen und dass Lola mit eurem Weg jetzt schon so lang (es ist eben alles relativ) anfallfrei ist, bestätigt ihn ja.

Dieser Tage hatte ich in einem TV-Bericht über die Freigabe von Kokain als Medikament erfahren, dass es auch bei Epilepsie (bei Menschen) erfolgreich wäre. Ob das auch für Hunde gelten würde? Und ob der Preis wieder eine Beneblung darstellt?

Die Fotos zeigen eine glückliche Lola, darüber freue ich mich sehr! :hurrahurra :hurrahurra :hurrahurra

Macht weiter so und viel Glück! :daumen2 :daumen2 :daumen2 :daumen2 :daumen2

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Herzlichen Gruss
Manuela mit Chica

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20.04.2016, 19:01
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