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 TASSO: Hundesitting – Wer haftet im Falle eines Falles? 
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Beitrag TASSO: Hundesitting – Wer haftet im Falle eines Falles?
Zitat:
Gesendet: Donnerstag, 02. Juni 2016 um 16:57 Uhr
Von: TASSO-Newsletter <newsletter@tasso.net>

Betreff: TASSO-Newsletter
Hundesitting – Wer haftet im Falle eines Falles?

Arbeit, Urlaub, Arzttermin oder ein besonderer Ausflug: Im Leben eines Hundehalters gibt es immer wieder Momente, in denen der tierische Freund leider nicht dabei sein kann. Die Betreuung für diese Zeit zu regeln, ist häufig eine Herausforderung. Und wenn der Hund dann ausgerechnet in der Obhut eines Hundesitters einem Dritten gegenüber einen Schaden verursacht, kann es schnell richtig stressig werden. TASSO e.V. klärt über die gesetzlichen Regelungen auf und gibt Tipps.

Es ist schnell passiert: Plötzlich tritt ein Hund beim Gassi gehen ohne Vorankündigung zur Seite, der näherkommende Radfahrer bemerkt es zu spät, steigt in die Bremsen und stürzt. Der Radfahrer verletzt sich am Arm und auch das Fahrrad hat einiges abbekommen. Doch wer zahlt für Reparatur des Fahrrades, die Arztkosten und ein mögliches Schmerzensgeld?

Gefälligkeit oder Vertrag

„In jedem Fall haftet der Hundehalter gemäß § 833 Satz 1 BGB und zwar unabhängig von der Tatsache, dass er gar nicht dabei war und den Vorfall nicht verhindern konnte“, gibt die für TASSO tätige Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries zu bedenken. Für die Beantwortung der Frage, ob zusätzlich zum Halter auch der Hundesitter haften muss, ist es wichtig zu klären, ob es sich beim Hundesitten um eine Gefälligkeit handelte, oder ob es einen Vertrag gab. Diese Abgrenzung kann im Einzelfall mitunter schwierig sein. Wurde zwischen Halter und Sitter ein Vertrag geschlossen, muss auch der Hundesitter für entstandene Schäden haften und möglicherweise ein Schmerzensgeld zahlen. Eine solche Vereinbarung kann auch mündlich geschlossen werden, bei professionellen Tiersittern sollten die Regelungen zu Beweiszwecken aber besser schriftlich festgehalten werden.

Doch wo beginnt ein Vertrag und wo endet die Gefälligkeit? „Maßgeblich für die Abgrenzung ist, ob ein Rechtsbindungswille vorhanden war und ob eine Gegenleistung vereinbart wurde", erklärt Ann-Kathrin Fries. Bezahlt der Hundehalter den Aufpasser, oder erbringt er eine andere Gegenleistung, handelt es sich um ein vertraglich vereinbartes Hundesitting. Das kann unter Umständen zum Beispiel schon der Fall sein, wenn zwei Hundehalter sich regelmäßig zu festen Zeiten mit der jeweiligen Betreuung der beiden Hunde abwechseln. „§ 834 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) regelt, dass derjenige, der für einen anderen die Führung und Aufsicht eines Tieres durch einen Vertrag übernimmt, auch für den Schaden verantwortlich ist, der einem Dritten zugefügt wird“, betont Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries. Professionelle Hundesitter haben daher in der Regel eine gewerbliche Haftpflichtversicherung.

„Passt die beste Freundin nur gelegentlich einige Stunden aus Nettigkeit kostenlos auf den Hund auf, handelt es sich um eine Gefälligkeit“, erklärt Ann-Kathrin Fries. Passiert dann etwas, übernimmt die Haftpflichtversicherung des Halters die Kosten für entstandene Schäden, sofern das Hüten durch fremde Personen im konkreten Vertrag eingeschlossen ist. Dann würde die Freundin - neben dem Halter - nur noch dann haften, wenn sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.

Der TASSO-Tipp:

„Damit Sie als Halter auf der sicheren Seite sind, sollten Sie sich vergewissern, dass Ihre Haftpflichtversicherung das gelegentliche Hüten des Hundes durch Fremde einschließt“, rät Ann-Kathrin Fries. Da auch ein kleiner Hund schnell Schäden in enormer Höhe anrichten kann, zum Beispiel wenn er einen Verkehrsunfall verursacht, sollten Sie unbedingt auf eine hohe Versicherungssumme achten. Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen, und achten Sie beim professionellen Hundesitting darauf, dass Ihnen ein Vertrag vorgelegt wird.

Mit Rat und Tat auf der Seite von Tier und Mensch – kostenlos! Helfen Sie TASSO mit Ihrer Spende: auf http://www.tasso.net/spende Vielen Dank im Namen der Tiere!

© Copyright TASSO e.V.

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Herzlichen Gruss
Manuela mit Chica

Niemals fand ich Menschenliebe, wo keine Tierliebe war. (Konrad Lorenz)


03.06.2016, 11:10
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Registriert: 16.03.2011, 18:36
Beiträge: 39437
Beitrag Re: TASSO: Hundesitting – Wer haftet im Falle eines Falles?
Für mich sind solche Versicherungsbedingungen immer ein rotes Tuch, weil ich mich im Versicherungswesen überhaupt nicht auskenne und aufgrund dieser Tasso-Nachricht habe ich meine persönliche Versicherungssituation geprüft - vielleicht kann ich mit nachfolgender Erklärung noch ein wenig zum Verständnis beitragen.

Bei mir ist es so, dass ich sowohl 1. Chica hin und wieder hüten lassen muss (nicht gewerbsmäßig, also ohne dass ich dafür etwas bezahlen muss) und dass ich 2. auch hin und wieder von anderen Hundehaltern deren Hund hüte.

Habe mit meiner Versicherung (HK Darmstadt) telefoniert bei der wir die Tierhalter-Haftpflichtversicherung für unseren Hund Chica abgeschlossen haben.

1. Wenn Chica von einer anderen Person unentgeltlich gehütet wird, bin ich als Tierhalter versichert, wenn während dieser 'Hütezeit' berichtigte Schadensansprüche (Personen-, Sach- und Vermögensschäden) entstehen, hier greift meine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Diese 'Hüte-Leistung' deckt jedoch nicht zwingend jede Tierhalter-Haftpflichtversicherung ab, jeder Hundehalter muss diesen Fall bei seinem Tierhalter-Haftpflichtversicherer prüfen.

2. Wenn ich einen Hund unentgeltlich hüte und es würden in dieser Zeit durch diesen Hund Schäden verursacht, würde als erstes die Tierhalter-Haftpflichtversicherung des Halters des gehüteten Hundes diese übernehmen - vorausgesetzt dessen Tierhalter-Haftpflichtversicherung deckt den 'Hütefall' ab. Angenommen der Hundehalter des von mir gehüteten Hundes hat keine Tierhalter-Haftpflichtversicherung oder er hat eine, aber die deckt den 'Hütefall' nicht ab, dann würde meine Privat-Haftpflichtversicherung einen berechtigten Schadensanspruch übernehmen, vorausgesetzt meine Privat-Haftpflichtversicherung deckt diese Schäden - was jeder Hundehüter/-sitter wiederum bei seinem Privat-Haftplichtversicherer prüfen muss.

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Herzlichen Gruss
Manuela mit Chica

Niemals fand ich Menschenliebe, wo keine Tierliebe war. (Konrad Lorenz)


06.06.2016, 14:15
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